Was Sie vor der ersten Bestellung prüfen sollten
Sie können einen chinesischen CNC-Lieferanten in weniger als einer Stunde auditieren, wenn Sie wissen, wonach Sie fragen müssen. Führen Sie diese zwölf Prüfungen durch und lehnen Sie jeden Lieferanten ab, der die geforderten Nachweise nicht auf Verlangen vorlegen kann.
1. ISO 9001 + ISO 14001 Zertifikate (gültig)
Fordern Sie das Original-Zertifikat als PDF sowie die Registry-URL der ausstellenden Stelle an. Verifizieren Sie es direkt im Register, gefälschte Zertifikate sind weit verbreitet. Prüfen Sie, ob der Gültigkeitszeitraum das heutige Datum einschließt.
2. Beispielhafter CMM-Maßprüfbericht (anonymisiert)
Seriöse Betriebe erstellen diese bei jedem Auftrag. Das Format sollte enthalten: Nennmaß, +Tol/-Tol, gemessener Wert, eingesetztes Messmittel, Prüfer-ID, Temperatur zum Messzeitpunkt. Wenn ein Anbieter zögert, ein anonymisiertes Muster zu teilen, erstellt er solche Berichte vermutlich nicht routinemäßig.
3. Beispielhaftes Werkstoffzeugnis (EN 10204 3.1)
Das Werkszeugnis muss bis zur Chargennummer rückverfolgbar sein. In der Luftfahrt und Medizintechnik zwingend erforderlich. Wenn nur ein 2.1-Zeugnis (Werksbescheinigung) vorliegt, ist die Werkstoffqualität unbestätigt.
4. Maschinenliste mit Marke/Modell
Pauschalangaben wie „200 CNC-Maschinen" sind keine Liste. Verlangen Sie: Prozesskategorie, Anzahl, Marke, Arbeitsraum. Gleichen Sie den Ruf der Marken ab (Haas, DMG MORI, Mazak signalisieren Investitionsbereitschaft; namenlose „China-VMCs" tun das nicht).
5. NDA-Bereitschaft vor Angebotsabgabe
Unterzeichnet der Anbieter ein gegenseitiges NDA, bevor er Ihre CAD-Daten prüft? Seriöse Betriebe tun dies routinemäßig. Widerstand bedeutet, dass Ihr geistiges Eigentum nicht sicher ist.
6. Ehrlichkeit bei Lieferzeiten
Wenn ein Anbieter 5 Tage für ein Teil zusagt, das realistisch 14 Tage benötigt, lassen Sie die Finger davon. Ehrliche Betriebe nennen eine Spanne und begründen sie. „Wir können alles schnell machen" ist ein Warnsignal.
7. Test der englischen Kommunikation
Schicken Sie eine technische Frage per E-Mail (z. B. „Können Sie ±0.005mm an einem Teil aus 6061 mit 50×50×20mm einhalten?"). Die Antwort sollte konkret und fachlich korrekt sein. Ein pauschales „Ja, wir können alles" ist ein Alarmzeichen.
8. Referenzen bestehender Kunden
Fragen Sie nach 2-3 Kundenlogos, die Sie extern verifizieren können. Prüfen Sie auf LinkedIn nach, ob der Lieferant tatsächlich in der Branche dieses Kunden aktiv ist.
9. Prüfung eines Musterteils
Fordern Sie ein Musterteil an, das Sie selbst messen können. Bezahlen Sie dafür; seriöse Betriebe schätzen diesen Test. Vergleichen Sie es auf Ihrer CMM mit der Zeichnung.
10. Kapazität im Verhältnis zu Ihrem Volumen
Wenn Sie 10.000 Stück pro Quartal benötigen und ein Anbieter nur fünf Maschinen betreibt, wird er Aufträge vergeben. Fragen Sie direkt: „Was wird ausgelagert und wohin?"
11. Dokumentation des Qualitätssystems
Lassen Sie sich den FAI-Prozess (First Article Inspection) zeigen. AS9102-Format bei Luftfahrtaufträgen. PPAP im Automotive-Bereich. Ein pauschales „Wir prüfen alles" ist kein System.
12. Verhandlungsspielraum bei Zahlungsbedingungen
Bei Erstkunden ist 100 % Vorkasse fair. Bei etablierten Kunden gilt 30 % Anzahlung / 70 % vor Versand als Branchenstandard. Wer beim fünften Auftrag noch 100 % Vorkasse verlangt, hat ein Cashflow-Problem.
Ginwate veröffentlicht das Capability Sheet, QC-Musterberichte sowie herunterladbare ISO-Zertifikate, damit Sie dieses Audit durchführen können, ohne eine einzige E-Mail schreiben zu müssen.

Geschrieben von
Roger (罗欢)
Leitender CNC-Ingenieur bei Ginwate · 20+ Jahre Luftfahrt- und Medizintechnik



